Schnee räumen am Abgrund
// März 11th, 2010 // Allgemein
Im Winter wenn es schneit stellt die Spezialfassade der Allianz Arena die Betreiber vor große Herausforderungen: Da man sich in der Planungsphase aus Kosten- und auch aus optischen Gründen gegen ein massives Schneegitter am Dachrand entschieden hatte wird es nun regelmäßig erforderlich das Dach mechanisch von Schneelasten zu befreien.
Dies geschieht auch schon mal mittels eines tief fliegenden Helikopters und Winddruck, im Regelfall allerdings übernehmen das speziell geschulte Mitarbeiter die ihren Job in 55 Metern Höhe Bergsteigern gleich an Seilen gesichert durchführen. So ein Einsatz ist teuer: Pro Tag belaufen sich dann die Kosten auf rund 5000.- Euro.
Im Vordergrund steht dabei nicht in erster Linie eine Sorge darum das Dach könnte unter den Schneelasten einstürzen (die Allianz Arena dürfte über eine weit besser durchdachte Statik als die bekannte Reichenhaller Eissporthalle verfügen) als vielmehr das Problem daß herabstürzende Schneemassen oder Eisplatten Besucher verletzen könnten.
Zwar befindet sich zwischen Dachpartie und Seitenfassade eine beheizbare Rinne zum Abtauen von Schnee und Eis, diese erwies sich jedoch als unterdimensioniert. Andere Maßnahmen wie die nachträgliche Installierung einer Besprühungsanlage wurden zwar angedacht meines Wissens nach bis dato aber nicht implementiert.
So bleibt uns also fürs erste das Spekatakel die wohl waghalsigsten Schnerräumern der Welt boeobachten zu können erhalten.




Den Hubschrauber, der den Schnee vom Dach bläst, hab ich mal mit der Fotokamera erwischt. Das ist ein Mordsspektakel.
Geiles Foto, aber den Job möchte ich nicht machen müssen… Da wird mir ja schon beim Gedanken schwindlig!
Hi. Ich glaube, das ist relativ mit der Höhe. Denn wer sowas regelmässig macht, verliert schnell die “Panik” vor dieser Tiefe, und die Arbeit wird zur Routine. Ich hab selbst mal auf dem Bau gearbeitet, und bin da bis in den fünften Stock oder so regelmässig wie ein Eichhörnchen AUSSEN am Baugerüst hochgeklettert – die im Gerüst montierten Leitern waren nämlich zu weit voneinander entfernt. Nach einer Woche habe ich gar nicht mehr gross drüber nachgedacht. Allerdings manchmal gab es einen gewaltigen Schreck – wenn ganz oben an manchen Stellen das Gerüst nicht an der Wand verankert war, und man dann mitsamt dem Stahlrahmen einige Zentimeter weit nach hinten klappte – bis sich das Rohr im verankerten Rohr des darunter befindlichen Gerüstteils verkantete…
Stöhn…
Nein, das wär definitiv nichts für mich. Obwohl, ich hab noch nie davon gehört, daß da jemand zu Tode gestürzt wäre, der beruflich sowas macht. Die Gefahr scheint eher der eigenen Empfindung geschuldet. Oder wer’s nicht abkann kündigt nach zwei Tagen.