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	<title>Taxi auf Sendung &#187; 2010 &#187; April</title>
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	<description>Ein Münchener Taxiblog</description>
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		<title>Eyjafjallajökull und der &#8220;Flug-Ersatzverkehr&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 00:23:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die letzten zwei Tage waren heftig: Zuerst eine Fahrt nach Köln, dann zurück nach München und nach etwas Schlaf gleich weiter ins Fürstentum Liechtenstein. Der isländische Vulkan mit dem fordernden Namen (übersetzt bedeutet er laut Wikipedia &#8220;Inselbergegletscher&#8221;) hat halb Europa eingenebelt. Was mich überrascht ist wie schnell und vor Allem wie drastisch die zuständigen Stellen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.taxi-auf-sendung.de/wp-content/uploads/2010/04/IMG_59842.jpg" rel="lightbox[726]"><img title="IMG_5984" src="http://www.taxi-auf-sendung.de/wp-content/uploads/2010/04/IMG_59842.jpg" alt="" width="550" /></a></p>
<p>Die letzten zwei Tage waren heftig: Zuerst eine Fahrt nach Köln, dann zurück nach München und nach etwas Schlaf gleich weiter ins Fürstentum Liechtenstein.</p>
<p>Der isländische Vulkan mit dem fordernden Namen (übersetzt bedeutet er laut Wikipedia &#8220;Inselbergegletscher&#8221;) hat halb Europa eingenebelt. Was mich überrascht ist wie schnell und vor Allem wie drastisch die zuständigen Stellen trotz des Fehlens bisheriger Präzedenzfälle reagierten: Ein Großflughafen nach dem anderen wurde dichtgemacht, unser Münchner Flughafen war der letzte internationale Flughafen Deutschlands der infolge der sich gen Süden ausbreitenden Aschewolken für den Flugverkehr geschlossen wurde.<span id="more-726"></span></p>
<p>Die prognostizierten &#8220;tollen Sonnenuntergänge&#8221; blieben freilich aus &#8211; feststellen ließ sich indes daß der feine Staub das Licht der Sonne abdunkelt und für einen milchig/staubig aussehenden Abendhimmel sorgt. Die gesundheitlichen Folgen des Ascheausstoßes lassen sich wohl noch nicht abschätzen. Während des letzten Ausbruchs, der um das Jahr 1822 stattgefunden hatte, soll es rund um den Vulkan zu Todesfällen beim Vieh durch eine von der Asche hervorgerufene Fluorvergiftung gekommen sein, aber bei uns dürfte wegen der niedrigen Konzentration der Stäube derartiges ausbleiben.</p>
<p>Augenscheinliche Konsequenz hierzulande ist jedoch daß zehntausende Reisende aus aller Welt jetzt überall in Europa gestrandet sind und teilweise nicht mehr weiterkommen. Hier dazu ein Foto vom &#8220;Flugzeugparkplatz Flughafen München&#8221;:</p>
<p><a href="http://www.taxi-auf-sendung.de/wp-content/uploads/2010/04/IMG_59744.jpg" rel="lightbox[726]"><img class="alignnone size-full wp-image-807" title="IMG_5974" src="http://www.taxi-auf-sendung.de/wp-content/uploads/2010/04/IMG_59744.jpg" alt="" width="550" /></a></p>
<p>In Großbritannien wurde zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg der gesamte Luftraum gesperrt, in Deutschland soll der Zugverkehr um 500% aufgestockt worden sein, dennoch mussten Reisende selbst im Erste-Klasse-Abteil auf dem Fußboden sitzen und lange Schlangen bildeten sich an den Bahnschaltern. Bekannte einer Firma die einmal meine Dienste in Anspruch genommen hatten beauftragten mich auf deren Empfehlung hin sie von München nach Köln zu fahren. Passender Weise hatte ich die Tage vor der Asche-Angelegenheit wegen meines &#8220;flexiblen Wochenendes&#8221; reichlichst geschlafen, war also fit.</p>
<p>Also ab nach Köln. Fahrtzeit rund 6 Stunden. Überraschend wenig Verkehr auf den Autobahnen &#8211; für einen Freitag obendrein, wo sich alleine schon <em>ohne</em> Vulkan sonst regelmäßig lange Staus bilden &#8211; denken die Pendler daß durch den Aschestaub nicht nur Flugzeugturbinen, sondern auch Automotoren kaputtgehen?</p>
<p>Schon unterwegs erhalte ich via Handy eine weitere Anfrage von einem Stammkunden. Er ist unterwegs mit einem improvisierten Lufthansa-Bustransfer von Budapest nach München Flughafen und benötigt nach Ankunft ein Taxi ins Fürstentum Liechtenstein. Tja so fuhr ich nach dem Auftrag also postwendend zurück gen München.</p>
<p>Schlafen, Wecker klingelt, Fahrgast ruft an, ab nach Liechtenstein! Ich war noch nie in Liechtenstein. Sieht ganz nett aus. Viel Grün, hohe Berge und eine offenbar kuriose Staatsform wo es zwar eine Demokratie gibt, der Fürst aber trotzdem alle dergestalt getroffenen Entscheidungen blockieren kann wenn er das möchte. Ich fotografiere mein Taxi vor dem Sitz des Fürstenhauses Liechtenstein (leider ist die Bildqualität miserabel &#8211; ich hoffe die On-Board-Kamera des kommenden iPhones wird erheblich besser sein als die des von mir im &#8220;fotografischen Notstand&#8221; eingesetzten 3G).</p>
<p><a href="http://www.taxi-auf-sendung.de/wp-content/uploads/2010/04/Foto1.jpg" rel="lightbox[726]"><img class="alignnone size-full wp-image-732" title="Foto" src="http://www.taxi-auf-sendung.de/wp-content/uploads/2010/04/Foto1.jpg" alt="" width="550" /></a></p>
<p>Aber ich habe keine Zeit mich lange aufzuhalten &#8211; in München wartet bereits eine vor längerer Zeit angenommene Vorbestellung. Zwar ein eher kleiner Auftrag, aber es wäre sehr unhöflich die Gäste im Stich zu lassen! Es ist eine Hochzeitsgesellschaft mit Kindern, die nach der Zeremonie zunächst zum Restautrant und dann zum Tierpark gefahren werden möchte.</p>
<p>Also wieder zurück. Die Zeit reicht gerade um mich zu Hause kurz zu duschen und neu einzukleiden, wieder ins Auto zu springen und zum Kunden zu düsen. Pünktlich angekommen. Alle sind zufrieden. Und ich beschließe den Tag mit einem neuen Kilometerrekord: 1900 Stück davon in zwei Schichttagen.</p>
<p>Abends schaue ich mir noch die aktuelle Situation am Münchener Flughafen an (diesmal mit SLR-Ausrüstung dabei): Es stehen dort mehr Maschinen geparkt als ich je zuvor dort gemeinsam habe stehen sehen (siehe auch obiges Foto). In einer Ecke der Halle des Terminals II hat man ein Schlaf-Zelt aufgebaut, sowie zwei größere Bettenlager &#8220;unter freiem (Hallendach-) Himmel&#8221;. Die Betten hat offenbar teils das Rote Kreuz angeliefert.</p>
<p>Obwohl die Fluggesellschaften wie anzunehmen ist legitim auf &#8220;höhere Gewalt&#8221; verweisen und sich beim Krisenmanagement auf einen Minimalanteil zurückziehen könnten ist wohl insbesondere die Lufthansa sehr darum bemüht ihren Gästen die Zeit so wenig nervtötend wie möglich zu gestalten: Es werden regelmäßig gratis &#8220;Fresspaketchen&#8221; verteilt, und die am Flughafen ansässige Gastronomie erhält Weisung deutlich länger, nämlich bis 24 Uhr, geöffnet zu bleiben.</p>
<p>Wobei dies für die Gastronomie ein Draufzahlgeschäft ist: Mir wird gesagt daß sich die Reisenden fast ausschließlich beim (günstigeren) Bäcker sowie bei den Edeka-Supermärkten, von denen sich je einer im Terminal II und im Zentralbereich befinden, eindecken. Nur im etwas separat gelegenen Airbräu, in dem weil sich keine schlafenden Gäste in der Nähe befinden die Musik ordentlich aufgedreht werden kann steppt dem Vernehmen nach der Bär. Ich bin indes mittlerweile zu müde mir das auch noch anzusehen und entscheide mich endlich mein eigenes &#8220;Schlafzelt&#8221; anzusteuern.</p>
<p><a href="http://www.taxi-auf-sendung.de/wp-content/uploads/2010/04/IMG_5981.jpg" rel="lightbox[726]"><img title="IMG_5981" src="http://www.taxi-auf-sendung.de/wp-content/uploads/2010/04/IMG_5981.jpg" alt="" width="550" /></a></p>
<p>Zu Hause angekommen und nachdem ich in meinem meist vollgeparkten Viertel Haidhausen auch noch zügig einen schönen Parkplatz für meinen großen Taxibus gefunden habe spricht mich eine bereits gut vorgeglühte englisch-sprechende Clique (Vulkan-Gestrandete?) an und möchte 600 Meter zum Partygelände &#8220;Kultfabrik&#8221; gefahren werden. Ich erkläre ihnen zwar den Weg, aber &#8211; sorry &#8211; <em>fahren</em> kann ich sie beim besten Willen jetzt nicht mehr. Man sollte wissen wann man seine Reserven aufgebraucht hat.</p>
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		<title>Fernsehtipp: Deutsche in Amerika</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 04:21:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Der in Kooperation von ARD und ZDF betriebene Sender Phoenix entwickelt sich mit schöner Gleichmäßigkeit zu meinem neuen Lieblingssender: Selten zuvor habe ich auf einem einzigen Sender eine derart verschwenderische Anhäufung hochwertigster Beiträge gesehen wie auf Phoenix! Heute Nacht hatte ich mir nach fast zwei Wochen durchgängiger und teilweise harter Arbeit hinter dem Lenkrad die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.taxi-auf-sendung.de/wp-content/uploads/2010/04/dia-201.jpg" rel="lightbox[685]"><img class="alignnone size-full wp-image-710" title="dia-20" src="http://www.taxi-auf-sendung.de/wp-content/uploads/2010/04/dia-201.jpg" alt="" width="550" height="426" /></a></p>
<p>Der in Kooperation von ARD und ZDF betriebene Sender <a href="http://www.phoenix.de/startseite/1.1.htm">Phoenix</a> entwickelt sich mit schöner Gleichmäßigkeit zu meinem neuen Lieblingssender: Selten zuvor habe ich auf einem einzigen Sender eine derart verschwenderische Anhäufung hochwertigster Beiträge gesehen wie auf Phoenix!</p>
<p>Heute Nacht hatte ich mir nach fast zwei Wochen durchgängiger und teilweise harter Arbeit hinter dem Lenkrad die Zeit genommen einmal wieder zu Hause klar Schiff zu machen: Also Emails beantworten, Rechnungen schreiben, Geschirr abspülen, Wäsche zusammenlegen etc&#8230;das ganze Programm halt.</p>
<p>Dabei ist es mir zu einer schönen Angewohnheit geworden quasi &#8220;im Hintergrund&#8221; über den in meinen Computer integrierten DVBT-Empfänger gute Sendungen laufen zu lassen (so verfügbar). Und so stieß ich heute Nacht also per Zufall auf eine der mit Sicherheit besten Dokumentarreihen die das Sendejahr 2010 zu bieten hat:</p>
<p><span id="more-685"></span></p>
<p>&#8220;Deutsche in Amerika&#8221;, eine unter der Regie von Fritz Baumann entstandene Coproduktion von ARTE Straßburg, dem WDR sowie dem Goethe Institut/Internationes. Die Serie besteht aus vier Teilen und hat eine Gesamtspieldauer von rund drei Stunden. Ich klebte so in etwa jede einzelne Minute davon am Bildschirm, so spannend und hochqualitativ produziert ist das!</p>
<p>Durch mehrere überdurchschnittlich lange USA-Aufenthalte, persönliche Erlebnisse dort aber auch durch eine generelle Beschäftigung mit der Geschichte der USA war mir ja bereits Einiges über das hochinteressante Wechselspiel Deutschland/USA bekannt, ebenfalls aber auch wie wenige Menschen hier in Deutschland von diesen Zusammenhängen wissen.</p>
<p>Diese Sendung ist geeignet hier Augen zu öffnen. Großartig! Staunend erfährt man daß es deutsche Einwanderer waren die einen der wenigen (wenn nicht den einzigen) Vertrag mit US-Indianern schlossen der je eingehalten wurde, und den Nachkommen der Ureinwohner und &#8220;Weiße&#8221; dort bis zum heutigen Tage Jahr für Jahr feiern.</p>
<p>Aber man erfährt auch daß vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges faschistische Fanatiker im Madison Square Garden, mitten in New York also, 30.000 deutsche Auswanderer auf Adolf Hitler vereidigten - unfassbar! Doch selbst diese zwei markanten Beispiele geben nicht auch nur im Ansatz den bemerkenswerten Facettenreichtum des Lebens wieder den man in dieser wunderbar gelungenen Dokumentation mitbekommt!</p>
<p>Jedem Interessierten sei gesagt: Die Ausstrahlung der Sendung wird am 21.04.2010 ab 02:15 früh wiederholt, also schon mal den Videorecorder vorprogrammieren! Und sollte diese Serie jemals auf DVD erhältlich sein (eventuell über Phoenix oder Arte?) würde sich auch ein Kauf in jedem Falle lohnen!</p>
<p>Unter diesem <a href="http://engstfeldfilm.de/german/g_frames/presse/DIA%20Presse/g_presse_dia.htm">Link</a> mehr zur Produktion und <a href="http://www.phoenix.de/content/phoenix/tv_programm/deutsche_in_amerika_(1_4)/172124">hier</a>, solange verfügbar, der Link zur Sendung auf Phoenix.</p>
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		<title>Die älteste Brauerei der Welt</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Apr 2010 00:13:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute, nach einem Flughafentransfer, beschloss ich die Gelegenheit zu nutzen um eine kleine &#8220;Freising-Expedition&#8221; durchzuführen. Schon oft hatte ich Fahrgäste auf dem Weg zum Flughafen auf jenes markante Gebäude mit rotem Ziegeldach und Schornstein hingewiesen das man von der A92 und dem Flughafenzubringer aus linkerhand auf einem Bergrücken erkennen kann. Auf meinen Rundfahrten halte ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" title="Brauerei Weihenstephan" href="http://farm5.static.flickr.com/4027/4490997828_a479bc9530.jpg" rel="lightbox[637]"><img class="alignnone" src="http://farm5.static.flickr.com/4027/4490997828_a479bc9530.jpg" alt="Brauerei Weihenstephan" width="550" /></a></p>
<p>Heute, nach einem Flughafentransfer, beschloss ich die Gelegenheit zu nutzen um eine kleine &#8220;Freising-Expedition&#8221; durchzuführen. Schon oft hatte ich Fahrgäste auf dem Weg zum Flughafen auf jenes markante Gebäude mit rotem Ziegeldach und Schornstein hingewiesen das man von der A92 und dem Flughafenzubringer aus linkerhand auf einem Bergrücken erkennen kann. Auf meinen Rundfahrten halte ich mich ja mit Superlativen eher zurück. Man mag dem Gast nicht das Gefühl vermitteln unsere Heimat sei irgendwie &#8220;besser&#8221; als seine. Und darum geht es ja auch nicht.</p>
<p>Aber im Falle dieses Gebäudes, bei dem es sich um die Brauerei Weihenstephan handelt, mache ich eine Ausnahme: Das ist die älteste Brauerei der Welt und man sollte es auch erwähnen. Weihenstephan braut hier seit mindestens dem Jahre 1040 Bier. Und das bis heute.</p>
<p><span id="more-637"></span> Ich also rüber nach Freising, raus auf die Äcker vor der Stadt um ein schönes Foto vom Schlossberg zu machen. Stativ aufgebaut, Kamera fixiert und eingeschaltet: &#8220;Keine Speicherkarte&#8221; steht im Display. Logisch. Die steckt ja auch seit dem Bilder hochladen gestern noch in meinem Computer 40 Kilometer entfernt in München. Gott sei Dank läuft mein Navi im Taxibus auch auf SD-Karten-Basis. Habe ich halt die Kartenrückfallebenen-SD-Karte dem guten Zweck geopfert, flux neu formatiert und es kann losgehn.</p>
<p>Freising ist ein interessanter Ort. Beim Klettern auf den Freisinger Domberg der wie ein Monolith aus der sonst total flachen Landschaft aufragt wird einem klar was für ein Gefühl der Macht das gewesen sein muß hier seinen Sitz zu halten: Man überschaut ein Areal von ´zig Kilometern Breite und von über 100 Kilometern Tiefe bis zu den Alpen von dort aus.</p>
<p>Was mir neu war, aber ich heute lernte: Die Säkularisation hat in Freising ganz übel eingeschlagen: Heute findet der nichts ahnende Besucher in Freising immernoch eine bemerkenswerte Dichte an allerlei Kirchen, Kapellen und mächtigen Klostergebäuden vor. Doch es wurde auch so viel abgerissen: Das was heute die Brauerei Weihenstephan war existierte früher einmal als Kloster. Dieses Kloster wurde bis auf die Wirtschaftsgebäude und die Brauerei praktisch komplett geschliffen. Kirchen, Kreuzgang, die Bibliothek. Jeder kennt die fantastischen Bauten der Gebrüder Asam: Die Asamkirche sowie die Heilig Geist Kirche, um nur ein paar lokale Beispiele zu nennen. Unterhalb der Plateauebene auf der sich bis heute die Brauerei befindet hatten die Brüder Asam eine schöne, kleine Rundkapelle gebaut als Fassung einer &#8220;heiligen&#8221; Quelle: Zerstört, als Steinbruch für Baumaterial verwendet. Man kann die Ruinenreste bis heute besichtigen:</p>
<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" title="Ruins" href="http://farm5.static.flickr.com/4036/4490588287_459aa2ba9a.jpg" rel="lightbox[637]"><img class="alignnone" src="http://farm5.static.flickr.com/4036/4490588287_459aa2ba9a.jpg" alt="Ruins" width="550" /></a></p>
<p>Gleich unterhalb der ehemaligen Kapelle hat sich der Zugang zur originalen Korbiniansquelle erhalten. Er ist aber normalerweise mit Gitterstäben gesichert und nur  zu speziellen Öffnungszeiten darf man bis zur Quelle gehen. Daher konnte ich ein Foto auch nur durch das Gitter machen. Innen sieht man Teelichte die kurz zuvor von Besuchern dort abgestellt worden waren.</p>
<p><a title="Quelle" href="http://farm3.static.flickr.com/2752/4491244120_019282e07c.jpg" rel="lightbox[637]"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2752/4491244120_019282e07c.jpg" alt="Quelle" width="550" /></a></p>
<p>Auch im schönen Brauereigarten kann man seit ein paar Jahren anlässlich Renovierungsarbeiten zufällig zum Vorschein gekommene Fundamente einer Kirche (Stephanskirche) sehen, die dort zwischen dem frühen Mittelalter und dem Jahre 1810 gestanden hatte. Auf meiner Erkundungstour auf und rund um den Berg entdeckte ich des weiteren umgeben von Gestrüpp ein wohl seit vielen Jahren aufgegebenes, einst einmal sehr hochwertig gebautes Imkerhaus von gemessen am Zweck geradezu riesigen Ausmaßen: Es verfügte bis zu seiner Stillegung sogar über Strom- und Wasseranschluß sowie über einen Keller.</p>
<p>Rund um das Imkerhaus das langsam vom Wald überwuchert wird erkennt man noch im Geländerverlauf dem Steilhang vor langer Zeit einmal abgetrotzte Terassen die wohl mal für Blumen- und Gemüsebeete oder vielleicht sogar für den Weinanbau genutzt hätten worden sein sein können &#8211; im Rücken gen Norden vom Berg geschützt und der warmen Sonne im Süden zugewandt. Ein echter Könner hat beim Fällen eines Baumes in den Baumstumpf mit seiner Kettensäge ein possierliches Eichhorn geschitzt:</p>
<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" title="Squirrel" href="http://farm3.static.flickr.com/2780/4491091962_d4234965f9.jpg" rel="lightbox[637]"><img class="alignnone" src="http://farm3.static.flickr.com/2780/4491091962_d4234965f9.jpg" alt="Squirrel" width="550" /></a></p>
<p>Die Stadt Freising hat sich wirklich Mühe gegeben und ein offenbar in eine Gesamtkonzeption gebettetes Netz an kultur- und geschichtsorientierten Fuß- und Radlwegen angelegt. Einem dieser Pfade folge ich nun den Berghang entlang gen Osten. Ein Spaziergänger mit dem ich ins Gespräch gekommen war und der seiner kleinen Tochter gerade das Baumhaus, &#8220;uneinnehmbar&#8221; auf einer Flußinsel gelegen gezeigt hatte erwähnte zuvor &#8220;hier verliefe irgendwo die alte Grenze Bayerns&#8221;. Und tatsächlich: Plötzlich stehe ich vor einem total verwitterten Grenzstein aus dem Jahre 1639 der die damalige Grenze des Herzogtums Baiern markierte. Welches Herrschaftsgebiet mag sich damals dann jenseits dieser Grenze befunden haben?</p>
<p>Nach so viel anstrengenden Abenteuern wird es jetzt Zeit für eine gscheite Brotzeit!</p>
<p>Ich suche das zur Brauerei gehörige Bräustüberl auf und bestelle einen Schweinsbraten und eine Rhabarberschorle &#8211; das neue Trendgetränk das sich vollkommen zu Recht mittlerweile sogar in Traditionslokalen durchsetzt &#8211; erfrischend, herb und mit diesem mysteriös-aromatischen Geschmack &#8211; einfach herrlich. Wobei: ich mag hier niemandem sein Bier ausreden! Nur zu mir passen alkoholische Grtränke gerade nicht, ich will ja noch Auto fahren. Der Schweinsbraten ist ganz einwandfrei, aber der erste Preis geht eindeutig an den sagenhaft guten Krautsalat dessen Soße mit Kümmelkörnern so gut schmeckt daß man sich glatt reinsetzen könnte. 8,90 € der Schweinsbraten &#8211; ein fairer Preis. Die 3,10 € für die Rhabarberschorle hingegen haben schon fast Münchner Innenstadt-Niveau. Macht nix, für eine Rhabarberschorle ist es mir das wert!</p>
<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" title="Schweinsbraten" href="http://farm3.static.flickr.com/2701/4490398421_b4f279c328.jpg" rel="lightbox[637]"><img class="alignnone" src="http://farm3.static.flickr.com/2701/4490398421_b4f279c328.jpg" alt="Schweinsbraten" width="550" /></a></p>
<p>Tja es war alles in allem ein sehr gelungener Tag an dem ich viel Neues gelernt habe, viele neue -alte- Gebäude in und in der Nähe von Freising entdeckt habe und obendrein auch noch was Gutes zu Essen bekam.</p>
<p>Freising bietet mit Sicherheit noch sehr, sehr viel was es Kennenzulernen gilt. Immerhin bestand Freising als älteste Stadt Oberbaierns schon fast ein halbes Jahrtausend vor dem 1158 erstmals urkundlich erwähnten München. Diese sehr lange Zeit hat ihre Spuren hinterlassen.</p>
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		<title>Nachtschicht</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Apr 2010 02:21:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Gegenüber der Tagschicht hat die Nachtschicht im Taxi ein paar Nachteile: So gilt es genau hinzuschauen wer denn einsteigen will: Sind die Fahrgäste so betrunken daß man ihnen besser die Fahrt verweigert um ein absehbares Malheur zu vermeiden? Oder etwa zu aggressiv? Tagsüber gibt es demgegenüber so gut wie gar keine Probleme mit den Fahrgästen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Original" title="Lonesome Rider" href="http://farm5.static.flickr.com/4038/4479606144_32a55316f9_o.jpg" rel="lightbox[511]"><img class="alignnone" src="http://farm5.static.flickr.com/4038/4479606144_32a55316f9_o.jpg" alt="Lonesome Rider" width="550" /></a></p>
<p>Gegenüber der Tagschicht hat die Nachtschicht im Taxi ein paar Nachteile: So gilt es genau hinzuschauen wer denn einsteigen will: Sind die Fahrgäste so betrunken daß man ihnen besser die Fahrt verweigert um ein absehbares Malheur zu vermeiden? Oder etwa zu aggressiv? Tagsüber gibt es demgegenüber so gut wie gar keine Probleme mit den Fahrgästen die so zusteigen &#8211; annäherungsweise alle benehmen sich vernünftig, haben höchstens mal ein wenig schlechte Laune aber das war´s dann auch schon.</p>
<p>Während Nachtschichten ist auch zumindest mal das subjektive Sicherheitsgefühl niedriger als tagsüber &#8211; es ist dunkel und man hat schon von so einigen Fällen gerade Nachts gehört. Es empfielt sich also so wenig Geld wie möglich mitzunehmen bzw. zwischendurch mal schnell bei der Bank zum Einzahlen am Automaten vorbeizuschauen. So wird man für Überfälle uninteressanter, denn wer schon ein paar Jahre Knast riskiert der möchte in aller Regel natürlich daß &#8220;sich das dann wenigstens auch lohnt&#8221;.</p>
<p>Andererseits bieten die Nachtschichten auch zahlreiche bemerkenswerte Vorteile: Die Straßen &#8220;gehören&#8221; praktisch alle dem Taxler: Keine schlafmützigen Sonntagsfahrer die tief unter dem Tempolimit vor einem herzuckeln und alles versperren, keine Rushhour-Staus auf Altstadtring und Autobahn &#8211; alles ist frei! <span id="more-511"></span>Die Nacht hat auch eine besondere Magie &#8211; man führt Gespräche die man so tagsüber nicht führen würde und erlebt so manches Außergewöhnliche: allerlei eigenartige Beziehungen zwischen Menschen, jede Art von Humor, bizarre Geschichten &#8211; jeweils im Schlechten wie auch im Guten!</p>
<p>Heute Nacht bat die Polizei uns Taxler via Zentralfunk darum nach einem Sextäter Ausschau zu halten der nach einem Übergriff im Bereich Theresienhöhe flüchtig war. Der Tatort war weiträumig abgesperrt was auf ein wohl schwereres Delikt schließen lässt, und etwa 10 oder mehr Streifenwagen waren über das gesamte Westend verteilt im Einsatz. Dennoch war es zuletzt wohl in der Tat der Hinweis eines aufmerksamen Kollegen der nach etwa einer Stunde schließendlich zur Festsetzung des mutmaßlichen Täters führte.</p>
<p>Gerade in Situationen wo &#8220;vier Augen besser als zwei&#8221; sind kommt es immer wieder zu derartigen Polizeianfragen: Mal ist es die Suche nach der verwirrten Omi oder dem orientierungslosen Opi die, ziellos umherirrend, irgendwo in der großen Stadt bei Temperaturen nahe Null zu erfrieren drohen, mal ist es die Suche nach einem flüchtigen Unfallfahrer, oder eben die Suche nach oft Jugendlichen Tätern auf ihrer Flucht zu Fuß &#8211; und oft genug ist diese Kooperationen auch von Erfolg gekrönt.</p>
<p>Wer jetzt jedoch glaubt wir Taxifahrer hätten deswegen bei der Polizei einen Bonus der irrt: Zum einen hegt die Polizei oft bei Verkehrsüberschreitungen einen Argwohn gegen &#8220;den&#8221; Taxifahrer (man wird gerne mit gewissen Chaoten über einen Kamm geschoren), und zum Anderen herrscht oft die Auffassung daß &#8220;wir als Profis&#8221; ja alles ganz besonders gut zu machen hätten und deswegen für uns eigentlich strengere Maßstäbe gelten sollten.</p>
<p>Alles in allem kann man jedoch sagen: Wenn man seinen Fahrstil im Griff hat kommt man auch meist sehr gut mit der Polizei zu Rande, auch bei hohen Kilometerleistungen.</p>
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