Hochwasser in München

// Juni 4th, 2010 // Allgemein

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Nach tagelangen ergiebigen Regenfällen in Südbayern führt die Isar einmal wieder Hochwasser. Mittlerweile findet sowas alle paar Jahre statt – nach 1999 zuletzt 2005, als die Isar einen Höchsttand von 5,36 Meter erreichte. Drei Zentimeter mehr, und das Wasser hätte damals die Keller des Deutschen Museums geflutet und dort unermessliche Schäden angerichtet.

Diesmal waren es “nur” ca. 3,45 Meter. Trotzdem immer noch spektakulär genug. Der Server des Hochwassernachrichtendienstes brach wegen der vielen Anfragen ständig zusammen, und ich ergriff die Gelegenheit um mit meinem neuen Mountainbike (Geschenk eines lieben Fahrgastes – vielen Dank!) eine Tour der etwas anderen Art zu unternehmen.

Tückisch dabei war daß das Wasser so viele Sedimente mit sich führte daß man keine fünf Zentimeter Sicht hatte, und so schwer zu sagen war wie tief das Radweg-Niveau fallen würde, wenn man erstmal in eine Richtung unterwegs war. Den Verlauf des Asphaltweges konnte ich noch in etwa erahnen und aus der Erinnerung rekonstruieren.

Besonders am Flaucher war es eine schöne Erfahrung der “puren Natur”: An ein paar geschützten Stellen haben sich Gänsesäger und Schwäne zurückgezogen um vor den tosenden Wassermassen sicher zu sein, und dort, wo sich sonst hunderte Münchener zu Picknick, Grillen und Sonnenbaden treffen, wähnte man sich eher in einem Nationalpark irgendwo in Kanada als inmitten einer Millionenmetropole.

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2 Responses to “Hochwasser in München”

  1. Reinhold sagt:

    Das sind mir liebe Fahrgäste. Ein Mountainbike als Trinkgeld.
    Das Video ist dir gut gelungen. Das du bei diesem nassen Einsatz deine Elektronik aufrechterhältst finde ich beachtenswert. Heute früh habe ich ein Wasserrettungsfahrzeug der DLRG gesehen. Auf der Tür stand Ortsverband München. Ich wusste gar nicht, dass es so was bei uns gibt.

  2. Christian sagt:

    Nachdem es bis zum Abend fast durchgängig geregnet hat, habe ich für die Stativ-Aufnahmen einen Gefrierbeutel als Regenschutz mitgenommen, in den ich ein Loch für das SLR-Objektiv gerissen habe. Das hat ganz gut geklappt.
    Sonst hatte ich einige Zewa-Tücher griffbereit in die Jackentasche gesteckt und damit Kamera wie Objektiv zwischendurch immer wieder mal trockengewischt.
    Zewa und die Actionfotografie – eine unerwartet fruchtbare Allianz!
    Schwieriger waren da schon die Aufnahmen beim Fahren: Während man sogar im niedrigsten Gang kaum mehr weiter kommt und mit Klickpedalen auf Gedeih und Verderb an seinem Fahrrad “befestigt” ist auch noch eine nicht-wasserdichte Spiegelreflexkamera zu balancieren ist durchaus eine gewisse Herausforderung. :-)
    Die DLRG hat nicht nur wegen der bestehenden Gewässer in München (Isar, Kleinhesseloher See usw.) eine Ortsgruppe, sondern vermutlich vor Allem wegen ihrer Volksbildungsaufgabe (die bekannten Schwimmabzeichen: “Seepferdchen” usw.).
    Dazu die DLRG selbst: “Von 1950 bis zum Jahr 2008 hat die DLRG über 21 Millionen Schwimmprüfungen und über vier Millionen Rettungsschwimmprüfungen abgenommen.” Bis vor knapp einhundert Jahren war es keineswegs üblich daß Erwachsene schwimmen konnten: Fielen die in´s Wasser, dann bedeutete das nicht selten deren Todesurteil, und rausfischen konnte die auch keiner, waren die Passanten ihrerseits doch ebenfalls meist Nichtschwimmer. Deswegen war es ja z.B. auch im Hinblick auf König Ludwigs des II. ungeklärte Todesursache am Starnberger See derart bemerkenswert daß er ein sehr guter Schwimmer war: Man würde ja eher das Gegenteil erwarten.
    Nachdem der Tod durch Ertrinken sehr schnell eintreten kann ist und bleibt die beste Gegenmaßnahme somit, den Leuten beizubringen sich selbst, und notfalls auch Anderen, helfen zu können! Diese Signifikanz der DLRG als Bollwerk gegen sonst wohl hunderte Todesopfer jährlich gerät heute, wo Schwimmen zusehends primär als “nette Freizeitaktivität” wahrgenommen wird, leicht in Vergessenheit!

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