Praktisches iPhone
// Juni 28th, 2010 // Allgemein
Die Apple-Aktie soll ja überbewertet sein. Das ist mir aber wurscht. Ich möchte hier trotzdem einmal ein Loblied auf eines der Produkte dieser wunderbaren Firma, nämlich das iPhone, anstimmen. Seit etwa zwei Jahren bin ich sehr zufriedener iPhone-Nutzer. Zunächst mit dem iPhone 3G, und jetzt, seit dem 24. Juni 2010, mit dem brandneuen und wieder sehr bemerkenswerten, neuen iPhone 4. Das iPhone leistet mir in meinem Alltag zahllose sehr wertvolle Dienste, sowohl in der Arbeit, als auch privat.
Hier möchte ich einmal ganz konkret veranschaulichen, für was es alles nützlich sein kann. Heute, nachdem die Wasser der Isar wieder ausreichend zurückgegangen sind, ging ich wieder meinem Hobby nach: Munition in und an der Isar aufspüren, damit diese sicher entsorgt werden kann. Ich zog also meine Badeshorts an, packte Spiegelreflexkamera, Wegzehrung, Strandtuch usw. in meinen großen wasserdichten Rucksack und fuhr los.
Das Strandtuch konnte ich leider überhaupt nicht brauchen, denn ich wurde auf einer Insel mitten im Fluß so zahlreich fündig daß ich mehr als beschäftigt war, und bis zur nachmittäglichen Flughafenfahrt-Vorbestellung einfach keine Zeit mehr zum Dösen am rauschenden Wassserfall blieb. Was ich fand war teilweise so gefährlich (Gewehrgranate) daß ich es diesmal auf gar keinen Fall an´s Ufer tragen wollte, an dem sich zu dem Zeitpunkt zahlreiche Badegäste aufhielten.
Ich rief also wie üblich die Polizei an (“110″). Man möchte es kaum glauben, doch das iPhone funktioniert auch als ganz normales Handy! Um meinen Aufenthaltsort möglichst exakt beschreiben zu können ließ ich mir vorher noch schnell mit der “Karten”-App und dem integrierten GPS die genauen Namen der umliegenden Wege anzeigen. Dankenswerter Weise ließ die Streifenwagenbesatzung dann auch nicht allzu lange auf sich warten.
Diese verständigt, wie es vom Dienstweg her so vorgesehen ist, dann nach Inaugenscheinnahme des Fundes die Kollegen vom Kampfmittelräumdienst. Wie aber soll ich den Streifenbeamten, die ja nicht auf die Insel gelangen können, die Munition zeigen? Kein Problem: Ich machte einfach ein paar Aufnahmen mit der iPhone-Kamera, packte das Ding in einen mitgebrachten, wasserdichten Ziploc-Bag, steckte den in die Hosentasche, watete durch den Fluß und zeigte den Beamten die Fotos.
Natürlich würde all das auch “irgendwie anders” gehen. Ich finde es aber gerade genial, daß ein einziges kleines Maschinchen auf so mannigfaltige Weise Dinge erleichtern kann. Und dabei obendrein auch noch gut aussieht! Übrigens: Letztlich von der Insel geborgen wurde der explosive Kram dann wohl mit Hilfe der Münchener Feuerwehr, die mit einem motorisierten Schlauchboot anrückte. Doch bis das alles soweit war, saß ich bereits längst wieder in meinem eigenen Floß, Konzessionsnummer 924.




Stimmt, stimmt, stimmt, ich kann nur zustimmen
Brauchen tut man es nicht, aber wenn man’s hat, ist es eine enorme Erleichterung. Der immer griffbereite Pocket-PC, pardon -Mac.
Va. die Apps sind ein sehr nützliches Zubrot, auf das ich nicht mehr verzichten will. Mein Kassenbuch ist komplett im iPhone, halt einfach praktisch und stylisch. Wobei nichts gegen ein Google Android spricht oder gegen ein HTC touch, es muß nicht unbedingt Apple sein…
Klar. Auch andere Telefone können heute mittlerweile Ähnliches. Doch die haben alle eins gemeinsam: Die haben dafür fleißigst bei Apple abgekupfert.
Wir erinnern uns: Vor dem iPhone war Nokia so ziemlich die alleinige Referenz.
Gut, es gab auch Blackberrys. Doch die waren eher was für “langweilige Bürokraten”.
Fun-Faktor hier gleich null.
Das iPhone kam von einer Firma die vorher NICHTS, aber auch gar nichts mit Mobiltelefonen zu tun hatte. Und die dennoch aus dem Stand Nokia plattgemacht hat.
Das mobile Internet wurde durch die Zwei-Finger-Zoomfunktion die Apple eingeführt hat de fakto überhaupt erst nutzbar, und so ein riesiger weltweiter neuer Markt geschaffen.
Ich habe überhaupt kein Problem damit auch anderer Hersteller Produkte zu verwenden. Aber ich würde mir sehr wünschen daß diese anderen Hersteller so werden wie Apple: Einem quasi “ganzheitlichen” Ansatz verpflichtet und die zur Verfügung stehenden Potentiale voll ausschöpfend. Nicht nur Hardware, sondern auch Software die begeistert. Umweltschutz wird großgeschrieben. Ein Design wie man es sonst eher in Museen findet. Ein sehr persönlicher Draht zum Kunden, verkörpert durch Steve Jobs. Und, und und…
Genauso wie mich die Qualitäten des Produktes das ich nutze freuen, freut es mich bei Apple wie die “es kapiert haben”.
Bei vergleichbaren, konkret feststellbaren Produkteigenschaften würde ich daher trotzdem jederzeit Apple den Vorzug geben. Schlichtweg weil ich solche Firmenphilosophien fördern will.
IPhon und andere Konsorten gehen mir ehrlich gesagt am A… vorbei, aber deine Geschichte ist echt der Hammer! Da gehst du also in einer Großstadt wie München hobbymäßig auf Blindgängersuche und wirst jetzt, 65 Jahre nach Kriegsende immer noch fast planmäßig fündig?! Das gelingt einem ja hierzulande nicht mal auf verlassenen russischen Truppenübungsplätzen noch nicht mal 20 Jahre nach Abzug! Hat München nicht eigentlich auch Angestellte, die sich beruflich mit so etwas beschäftigen? Das klingt nach Arbeitsverweigerung.
Mein Eindruck ist, die Münchener Sprengstoff- / Bombenexperten sind tüchtig und machen ihren Job korrekt. Oft genug hab´ ich denen “auf Bereitschaft” ihr Wochenende versaut, und nie hat irgendwer deswegen gemurrt.
Anders schaut es da schon – zumindest teilweise – beim Münchener Polizeipräsidium aus. Nachdem ich nämlich mehrfach die Erfahrung gemacht habe, daß viele Streifenbeamte Null Ahnung von Munitionsfunden aus dem Zweiten Weltkrieg haben, schlug ich dem P.P. dereinst einmal vor, daß deren eigene Sprengstoffexperten da doch mal sowas wie ein kurzes internes Abendseminar oder Ähnliches anbieten könnten, bot sogar an, mein mittlerweile einigermaßen umfangreiches Fotomaterial mit Aufnahmen von Stabbrandbomben, Gewehrgranaten usw. in ihren typischen Fundzuständen dafür unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.
Es kam ein äußerst kaltschnäuziges, arrogantes Schreiben zurück, in dem man mir beschied daß Münchener Polizeibeamte “bereits alles wissen was sie wissen müssen”. Punkt.
Einmal hatte ich zahlreiches Material – von der Stabbrandbombe bis hin zur Gewehrgranate – gefunden. Die Beamten von der Streife schauten es sich zwar kurz (ahnungslos…) an, legten es dann aber in ihren Kofferraum und fuhren es so quer durch die Stadt zu ihrer Polizeiinspektion. Abends gegen halb Elf Uhr klingelte dann bei mir das Telefon – der Sprengmeister war dran, sagte mir, Gewehrgranaten seien im Umkreis von 5 Metern tödlich, man hätte mit sowas Panzer bekämpft, und die Dinger könnten wegen teilweise durch vorangegangenem Abschuss aktivierten Zündern (= der klassische Blindgänger) bereits bei geringsten Erschütterungen “umsetzen” (=explodieren). Er bat mich daher, in Zukunft doch bitte die Streifenbeamten darauf hinzuweisen, daß so etwas doch nicht lose im Kofferraum durch die Stadt gefahren werden sollte.
Völlig unnötiger Weise einen auf “dicken Max” zu machen und es einfach nicht zugeben zu wollen, daß man mal etwas nicht weiß, halte ich für ein Zeichen von Schwäche, nicht Stärke. Abgesehen davon, daß das Polizeipräsidium mit solcher Arroganz die Gesundheit seiner Beamten gefährdet. Die “Schreibtischtäter”, die mir Antwortschreiben im unpassenden Ton schicken, werden ja auch wohl nie mit meinen Funden in Berührung kommen. Es sei denn, einer ihrer Kollegen fährt es ihnen einmal frei Haus in ihre Schreibstube.
Was wir nicht hoffen wollen.
Zu den Funden: Um regelmäßig so “viel” zu finden braucht man ein gutes und geübtes Auge, vielleicht auch soetwas wie Intuition, hinreichend Geduld, sowie eine systematische Vorgehensweise, um die teilweise recht großen Flächen effizient abzuscannen.
Auch habe ich mittlerweile Erfahrung darin, in welchen Gegenden im Zweifelsfalle bei welchen Wasserständen der Isar mit Funden zu rechnen ist.
Baumaßnahmen am Flussbett verändern das teilweise: So fand ich im zurückliegenden Winter an einer zuvor von mir komplett “abgegrasten” Stelle im Fluss binnen weniger Wochen elf Stabbrandbomben (und eine jahrhunderte alte steinerne Kanonenkugel, siehe Blogeintrag vom 26. Februar 2010).
Die Baumaßnahmen hatten nämlich bewirkt, daß ein ganzer Flussabschnitt eine Zeitlang von der sonst ständigen Kieszufuhr aus dem Oberlauf abgeschnitten, bereits vorhandener Kies aber durch die Strömung nach weiter flussabwärts abtransportiert wurde.
So kamen die schwereren, und somit unbeweglicheren Gegenstände aus dem Kiesbett, wie eben Felsen und auch Bomben, dann plötzlich zum Vorschein.
@Bernd Kahl
zu erwähnen wäre hierzu noch, daß die Waldbrände irgendwo im Osten der Republik durch Munition auf ehemaligen Truppenübungsgeländen der russischen Armee verursacht wurden.
Wenn man sich mit dieser Materie etwas beschäftigen würde, wäre man sicher erstaunt, was sich auf diesem Gebiet alles tut.
@Christian
wolltest Du mal Sprengmeister werden oder woher Dein Interesse?
@ Trixx:
Das hat sich aus ehemaligen Schatzsucher-Aktivitäten entwickelt: Statt goldener Münzen fand ich ständig Schrott aus dem Krieg, und schließlich auch scharfe Munition (einmal, ganz ohne Metalldetektor, eine volle, große Munitionskiste beim Spazierengehen mitten in Neuhausen-Nymphenburg) und Granaten. Nachdem ich mich dazu etwas kundig gemacht hatte und nun außerdem ein Auge für sowas hatte kam ich zu dem Schluß daß es ja ganz praktisch ist wenn ich sowas entsorge, da die meisten solche Gegenstände nicht einmal identifizieren könnten, wenn sie unmittelbar vor ihnen lägen. Oder wenn sie sie erkennen würden, sie sie vielleicht nicht entsorgen lassen sondern damit “Blödsinn” machen würden. Von einem Sprengmeister bin ich aber noch Lichtjahre entfernt: Ich bin ganz gut im “Finden”, vom Entschärfen habe ich aber absolut keine Ahnung, das überlasse ich lieber Anderen, die sich damit Gott sei Dank besser auskennen als ich.