Ski Welt Cup – in München?!?
// Januar 2nd, 2011 // Allgemein
Kaum zu glauben, aber wahr: Heute wurde auf Münchner Stadtgebiet ein Parallelslalom abgehalten, dessen Ergebnisse in die Gesamtweltcup-Wertung einfließen! Austragungsort war der Olympiaberg im Norden der Stadt.
Hier, wo sich einst eine der flachsten Gegenden Münchens befand, sich deshalb einer der ersten Flughäfen ansiedelte (Flugplatz Oberwiesenfeld – seit etwa 1900 für Ballone und Zeppeline, ab 1009 für Flugzeuge), hingegen nach dem Zweiten Weltkrieg Millionen von Tonnen an Kriegsschutt abgelagert wurden, die für die Olympischen Sommerspiele 1972 zu einem Landschaftspark um-modelliert wurden, befindet sich heute nun tatsächlich ein (wenngleich künstlicher) Hang, der augenscheinlich sowohl steil, als auch lang genug dafür ist, hier Rennen zu veranstalten.
Es kamen immerhin so um die 25.000 Zuschauer, nicht wenige davon offenbar von weit her. Ich, der ich Sport jetzt nicht sooo intensiv am Fernseher beobachte, fand die Veranstaltung insgesamt ganz interessant – vor allem im Hinblick darauf, was man aus dem Olympiaberg alles machen kann. Die Namen der Sportler hingegen sagten mir bis auf Maria Riesch, von der man ja auch immer wieder im Radio was hört, weitestgehend nichts. Es sollen aber die Weltstars des Skisports anwesend gewesen sein. Hab ich mir sagen lassen.
Die üblichen Animationsversuche des Moderators fielen mir persönlich oft auf den Wecker. Man soll immer noch lauter und NOCH lauter jubeln – eine Unsitte, die aus den U.S.A. kommt. Dort mag so etwas passen – hier wirkt es meist schlichtweg bemüht. Und bei den üblichen “die Hände in die Höhe” Hits, gesungen von einfältigen Stimmen, wird mir ohnehin schlecht, auch ohne den Mallorca-Sangria-Eimer. Naja, ich hab´s mit einem heißen Milka- Schokogetränk obagschwoabt. Milka war im Übrigen SEHR präsent. Ich nehme an, die stehen in irgendeinem Sponsorenzusammenhang zum Sport.
Natürlich ist der Wettbewerb im Kontext mit der Münchner Bewerbung um die Winterspiele 2018 zu sehen, wie auch anhand zahlreicher entsprechender Werbeflächen gleich klar wurde. Ich bin, was das betrifft, neutral eingestellt. Ich finde, wie manche Bauern sich querlegen und ihren Grund nicht zur Verfügung stellen wollen eher albern. Es ist vollkommen klar, daß die Winterspiele z.B. in Punkto Infrastruktur der Region unheimlich viel bringen würden. Die ökologischen Zerstörungen, die dem gegenüberstehen dürften sich in überschaubaren Grenzen halten.
Andererseits braucht man solche Vorteile meiner Meinung nach auch nicht überzubetonen: Das bayerische Voralpenland ist “auch so” schön, und z.B. die Ortsumfahrung Oberau (Insider kennen den jahrzehntealten, himmelschreienden Mißstand dort) sollte ein verantwortungsvoller Staat so oder so endlich mal angehen! Selbst wenn die Winterspiele letztlich an einen anderen Austragungsort gehen sollten.



