Training Day
// Januar 5th, 2011 // Allgemein
Vor einigen Wochen stolperte ich unversehens in meinen neuen Nebenberuf als Pressefotograf hinein. Zwar hatte ich bereits zuvor Fotomaterial an die Zeitung verkauft, dies aber dann doch eher punktuell und ziemlich selten. Jetzt hatte ich binnen weniger Wochen drei Fotostrecken im Onlinebereich von TZ, AZ und Münchner Merkur.
Gestern Abend erhielt ich einen Anruf, ein landwirtschaftliches Anwesen steht in Flammen. Obwohl ziemlich übel erkältet und später noch mit einem Freund zum Essen verabredet bin ich losgedüst, gen Haag an der Amper (das liegt noch hinter dem Flughafen). Als ich dort eintraf, war der Brand zwar schon weitestgehend gelöscht, die Feuerwehr bekämpfte aber immer noch diverse Glutnester, die sich vor allem im Dachstuhl befanden und dann und wann nochmal aufzüngelten.
Heute erfuhr ich aus dem Wochenblatt das meine Bilder verwendete, daß Gott sei Dank bei dem Brand niemand was passiert ist: Die 86-jährige Bewohnerin des Hauses wurde gerade noch rechtzeitig von ihrer Schwiegertochter gerettet, die das Feuer aus dem gegenüberliegenden Anwesen bemerkt hatte.
Obwohl die Bilder nicht sooo spektakulär wurden, war ich letztlich doch sehr froh losgefahren zu sein, denn ich lernte wieder viel zum Thema Fotografieren: Für das bloße Auge unsichtbar, schwirrten überall unzählige kleine Ascheflocken herum. Verwendet man dann seinen Blitz “normal”, also nach vorne ausgerichtet, dann hat man überall diese Aschepunkte mitten im Bild. Den Blitz nach oben links ausgerichtet, sieht die geblitzte Asche aber sogar ganz gut aus und macht das Bild plastischer.
Auch das kleine Dörflein Haag an der Amper war witzig: Die haben alle Feuerwehren aus der Gegend zusammengezogen, sicher in der berechtigten Furcht der halbe, dicht-bebaute Ort könnte gleich mit-abbrennen. An einem größeren Gebäude informieren Schaukästen über die Termine des “Katholischen Frauenbundes”, gleich daneben über die des “Kriegervereins” – man fühlt sich als Stoderer gleich in eine andere Welt versetzt.
Als ich gerade schon wieder im Begriff war zu gehen, kam ein Bagger mit Streugut: Das Löschwasser, das überall über Gehwege und Straßen lief drohte bei den Minusgraden zu einer einzigen Eisbahn zu werden.
Ich weiß noch nicht, ob es mir gefallen wird schwerpunktmäßig Unfälle und potentiell schreckliche Ereignisse zu fotografieren. Auch gilt abzuwarten, ob sich der Aufwand langfristig rechnet (immerhin waren das insgesamt wieder über 100 Fahrkilometer). Doch eines steht bereits jetzt fest: Interessant ist diese Tätigkeit allemal!



