Atomausstieg *jetzt* selber machen
// März 12th, 2011 // Allgemein
Es ist mal wieder soweit. Ein weiteres Kernkraftwerk ist explodiert. Die Gegend wird auf Jahrtausende verstrahlt sein. In den kommenden Jahrzehnten wird die Krebsrate in den betroffenen Gebieten ansteigen, ebenso die Fehlgeburtenrate.
Gleichzeitig ist so absehbar wie das Amen in der Kirche, daß unsere aktuellen Regierungsparteien uns in den kommenden Tagen das Mantra von den “sicheren Kernkraftwerken” rauf- und runterbeten werden. Auch wenn sieben unserer deutschen Atommeiler mittels eines gezielten Flugzeugabsturzes zur Kernschmelze gebracht werden können. Auch wenn – anders als in den USA – unsere AKWs nicht militärisch gesichert werden, und eine kleine Crew von Terroristen ausreichen dürfte, sich Zugang zum Kontrollraum zu verschaffen. Auch wenn – was jedes Kleinkind weiß – nukleare Verstrahlung nicht rückgängig gemacht werden kann.
Längerfristig könnte sich etwas an der Einstellung unserer Regierung ändern, wenn wir die Richtlinien zur Bekämpfung von Korruption stark überarbeiten würden. “Des Fahn ich schwing, des Lied ich sing.” Und die Atomindustrie hat einfach zu gute “Zuckerl”, die sie willigen Politikern zukommen lassen kann, als daß man da nein sagen könnte.
Weil aber all das viel zu lange dauert, kann ich nur zum persönlichen Atomausstieg raten: Ein Wechsel zu einem Anbieter, der ohne Atomstrom auskommt ist super-easy. Dabei darauf achten, daß es keine Mogelpackung ist: Manche Atomanbieter verkaufen nämlich parallel auch Pseudo-Ökostrom, den sie ohnehin schon seit jeher im Portfolio hatten (etwa qua alter Wasserkraftwerke) teurer an Leute, die etwas Gutes tun wollen. Man sollte also in jedem Falle einen Anbieter wählen, der weder Atomstrom selbst herstellt NOCH MIT DER ATOMINDUSTRIE IN IRGENDEINER FORM VERBANDELT IST!
Mein Lieblingsanbieter sind hier die Elektrizitätswerke Schönau, weil die als Pioniere aufgetreten sind, und sich gegen unheimliche Wiederstände hochgearbeitet haben! Es geht aber auch z.B. Greenpeace Energy, LichtBlick oder naturstrom. Ich, der ich seit etwa zehn Jahren bei den EWS meinen Strom beziehe kann nur sagen: Ich bin rundherum zufrieden! Und war überdies sehr überrascht, wie preisgünstig der um so viel umweltfreundlichere Strom dort ist.
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.




Es geht den Kraftwerkbetreibern immer nur ums Geld. Sie denken nie an die Natur, Hauptsache sie bekommen ihr Geld. Nun reden die Energiekonzerne davon, dass nicht genügend Strom produziert würde ohne die Atomenergie, doch das ist wieder nur eine Ausrede um den Ausstieg aus der Atomkraft zu verhindern. Auch die Bundesregierung möchte den Energieriesen entgegenkommen, indem sie ihnen die Erlaubnis erteilen, die Stromkontingente der 7 Kraftwerke, die ab sofort ausgeschaltet werden sollen, auf aktuellere Atomkraftwerke zu überschreiben. Ich finde die großen Firmen und die Politiker sollten nicht nur auf ihren Profit achten, sondern mehr auf die Umwelt. Ich werde weiterhin an Atomkraftdemonstrationen teilnehmen.
Sehe ich auch so. Indes, darauf zu warten daß die Atomkraftbetreiber ihre Haltung ändern würde zu lange dauern – auch kann man das Leben hunderttausender Menschen nicht davon abhängig machen. Es gibt Länder wie etwa Dänemark, die in weitaus größerem Umfang als dies in Deutschland der Fall ist auf dezentrale Energieproduktion setzen. Das wäre auch bei uns möglich. Dezentrale Energieproduktion senkt die Verluste beim Stromtransport, es gibt riesige Potentiale, die noch ungenutzt sind (man kann sogar mit der Wärme aus ABWASSER Energie gewinnen…), vor allem aber werden so die jetzigen Quasi-Monopolisten der Möglichkeit beraubt, mittels ihres gigantischen Finanzpotentials die Politiker abzuschmieren, um so der Gesellschaft einen Fortbestand ihres Monopols aufzuzwingen. Würde die Lobbymacht der vier Atomriesen in Deutschland fehlen, könnte so mancher Politiker plötzlich auf der Basis von FAKTEN über das Thema Energie nachdenken, und nicht mehr auf Basis der arglistig in die Welt gesetzten Gruselmärchen von den “ausgehenden Lichtern”.