Die Nacht des Taxifahrers

// April 18th, 2011 // Allgemein

Moon

Das waren zwei crazy Tage. Zu viel Arbeit, eigentlich. Aber manchmal kann man es sich nicht aussuchen. Doch der Reihe nach: Zwei aufeinanderfolgende Tage lang war ich mit einer Familie auf Tour. Zunächst in Neuschwanstein, dann in der Region Salzburg. Es war teilweise sehr anstrengend, denn die kleinen Kinder haben altersgemäß Vollgas gegeben, und sowas zehrt mitunter an den Nerven. Trotzdem hatten wir alle eine super Zeit miteinander.

Zwischenstopp bei Dinzler am Irschenberg – das gefiel allen erwartungsgemäß SEHR gut, dann Schloss Hellbrunn, Wolfgangsee etc.. Am Ende war ich jedoch so K.O. – schließlich hat man bei solchen Aufträgen den ganzen Tag über kaum eine ruhige Minute, und ist ständig gefordert alles zu koordinieren und zu timen – wann fährt das letzte Boot – wann öffnet/schließt dieses und jenes Restaurant, gibt es dort noch Plätze, haben die Speisekarten in Englisch – daß ich mich vorsorglich für den Rückweg gen München schonmal mit Red Bull vormedikamentierte.

Als die Gäste nach Hause gebracht waren, juckte es mich dann aber doch, noch mein neues Teleobjektiv zu testen – mit dem nahezu vollständigen Vollmond. Und wo macht man das am Besten? Draußen in der Pampa, wo es wenig Lichtsmog hat. Ich also raus, erst gen Garmisch, dann via Kochel am See die Serpentinen rauf Richtung Walchensee. Dort begegneten sie mir dann – zwei vollkommen erledigte Wanderer, die sich im Gebirge irgendwie verlaufen, die letzte Talfahrt mit der Seilbahn verpasst und sich dann – wohl unter Lebensgefahr – irgendwie in der Dunkelheit bis zur Straße durchgeschlagen hatten. Mittlerweile war es fast 23:00 Uhr.

Natürlich habe ich beide zu ihrem Auto gefahren, das Kilometer weit entfernt an der Talstation der Seilbahn abgestellt war. Beide waren froh, ich wollte zwar nix kassieren, bekam aber trotzdem 5.- Euro. Dann konnte ich endlich die Mond-Fotos machen. Schön am See, in vollkommener Stille. Nur das Autoradio erinnerte im Hintergrund an die Zivilisation. Oben eine der Aufnahmen.

Irgendwann war es mir dann doch zu gruselig. Ich packte mein Zeug ein, drückte die Zentralverriegelungstaste und machte mich auf den Weg zurück. Erstmal die Serpentinen runter. Mann, das zog sich. Dann Kochel. Oh je, so müde. Ich beschloss, daß es definitiv über meine Kräfte ginge den ganzen Weg nach München zurückzufahren. Also einen geeigneten Parkplatz gesucht, der einen sicheren Eindruck macht (dort, wo das Auto gesehen wird ist immer besser als an einem abgelegenen Ort), Rückenlehne zurück und Schlafbrille aufgesetzt.

Kaum wache ich auf, ist die Sonne schon da – ungefährt 06:30 Uhr. Ich habe den Schlaf wohl wirklich nötig gehabt. Da ohne Vorbestellungen, habe ich schön am Starnberger See gefrühstückt, und bin mit einem Miet-Elektroboot zur Roseninsel gefahren, die zu der Jahreszeit eigentlich noch “geschlossen” ist. Auf dem gigantischen See waren zu dem Zeitpunkt fast überhaupt keine Leute. So lasse ich mir das eingehen. Dafür dürfen die Arbeitstage dann auch gerne mal ein bisschen länger sein.

2 Responses to “Die Nacht des Taxifahrers”

  1. jose sagt:

    WOW, super Foto, sieht echt wahnsinnig beeindruckend aus !!

  2. Christian sagt:

    Danke Dir! Das freut mich.

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