Sommerfund

// August 31st, 2011 // Allgemein

Stabbrandbombe08-11-01

Das war peinlich heute: Ich habe in der Isar mal wieder eine Stabbrandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, und wegen deren artgerechter Entsorgung bei 110 angerufen. Ausdrücklich noch dazu gesagt, daß das jetzt nicht soooooo gefährlich sei, aber halt irgendwie vernünftig weggeräumt gehört, damit niemand was passieren kann.

Normalerweise dauert es dann bis zu einer Stunde, bis zunächst der Streifenwagen erscheint, und dann, des korrekten Ablaufs halber, einige Zeit später die von der Streife verständigten für solche Kampfmittel zuständigen Spezialisten. Diesmal dauerte es allen Ernstes weniger als 5 Minuten, bis der erste Streifenwagen da war, und weniger als 10 Minuten, bis sich rings um den Fundort am Isarufer ganze 6 (!) Polizeiwägen mit mindestens 13 Polizisten tummelten! Ei ei ei…

Also wenn zu dem Zeitpunkt irgendwer in München Altstadtbereich gerade die Polizei gebraucht hat – sorry, war nix, denn die standen alle um mein Taxi rum! Wie gesagt, habe mich einigermaßen geschämt deswegen, aber meine Schuld war´s ja nicht – hatte ich mich doch am Telefon vergleichsweise klar ausgedrückt. Dann das Übliche: Personalien, ledig, wohnhaft da-und-dort, Telefonnummer. Abflug, nächste Baustelle.

Einsatz

Keine halbe Stunde später dann habe ich ein paar hundert Meter flussaufwärts gleich meine zweite Stabbrandbombe für heute gefunden:

Stabbrandbombe

Die Dame im Callcenter meinte, man könne im Bezug darauf, wie viele Polizeiwagen anfahren nicht viel machen – das wäre mehr oder weniger eine Art Automatismus, der dann abläuft. Nun, diesmal blieb Gott sei Dank ein gleichermaßen “beeindruckender” Auftritt aus.

Es dauerte auch etwas länger, doch kam dann praktischer Weise gleich der Fachmann mit dem Auto in Zivil, der wohl gerade zuvor an der letzten Stelle fertig geworden war, und nahm sich der potentiell gefährlichen Hinterlassenschaft von vor 70 Jahren an. Seine Gedanken lesend versprach ich, für heute nun wirklich Feierabend zu machen.

Wir werden uns bestimmt mal wiedersehen. Vielleicht in ein paar Monaten oder so. Schau mer mal.

 

4 Responses to “Sommerfund”

  1. Bernd sagt:

    Bitte mach mir mal die Freude und melde den nächsten Fund nicht. Ich würde doch zu gerne mal wissen, ob man dich dann wegen Verschweigens von Kampfmittelfunden anzeigt und verhaftet. ;-)

  2. Christian sagt:

    Ich denke, das dürfte wohl passieren. Sicher nicht für den Metallschrott, den ich mitunter finde – so liegt etwa an einer mir bekannten Stelle in der Isar immer noch die etwa 100 Kilo schwere Hülle einer geplatzten, aber leeren 5-Zentner-Bombe. Ich glaube nicht, daß die Polizei damit ein Problem hätte, wenn ich das Ding nach Hause schaffte. Aber intakte Gewehrgranaten, oder die Phosphorbombe, die ich neulich aufgetrieben habe? Das gäbe mit Sicherheit Stress! Die paar Tage Gefängnisaufenthalt wären dann wohl noch mein geringstes Problem. Denn wenn ich zurückkomme, liegt vermutlich schon die Rechnung für den fälligen SEK-Einsatz, die Evakuierung des halben Stadtteils und den dann wie anzunehmen ist kostenpflichtigen Einsatz des Kampfmittelräumdienstes im Briefkasten. Keine gute Idee also. Aber sach mal – willst Du mich im KNAST sehen oder was? ;-) P.S.: Man sollte an Munition etc. GAR NICHTS mit nach Hause nehmen, selbst wenn etwa eine Bombe leer zu sein scheint! Etwa bei Phosphorbomben können noch an den Metallwänden befindliche Chemiereste übel ausgasen, und so die Atemwege angreifen. Ich mach´von dem, was ich finde, ein Foto. Das reicht mir als “Trophäe”.

  3. Bernd sagt:

    Du sollst doch nichts mit nach Hause nehmen! Ich will nur sehen, ob sich die Herren Polizisten schon daran gewöhnt haben, daß du ihre Arbeit machst und dich deshalb bestrafen, wenn du mal nichts findest.

  4. Christian sagt:

    Für mein Ermessen bürdest Du da den einzelnen Polizisten zu viel auf. Die haben doch teilweise echt ‘nen Scheißjob: Werden von der Politik herumgeschoben wie Bauern auf ‘nem Schachbrett, haben kein Streikrecht und dürfen sich mit veraltetem Material herumschlagen, oder auch mit GAR KEINEM Material. Ich habe eine bessere Ausrüstung, um durch den Fluss zu waten als die Beamten von der Spezialabteilung. Etwa vor einem Jahr habe ich einiges auf einer Isarinsel gefunden, darunter eine hochgefährliche scharfe Gewehrgranate. Ich kam trockenen Fußes von der Insel zum Ufer mit meiner Fischer-Ganzkörperausrüstung. Die von der Kampfmittelbeseitigung konnten nur rüber, indem sie die Feuerwehr mit einem Schlauchboot um Amtshilfe baten. ^^ Obwohl ich auch mal SEHR schlechte Erfahrungen mit einzelnen Polizisten gemacht habe, die mich zu Unrecht und mit für mich schwerwiegenden Konsequenzen SO RICHTIG reingeritten haben damals, bin ich doch insgesamt für unsere Polizei sehr dankbar, und finde, hierzulande sind die meisten Cops O.K.. Ich würde den Job gar nicht aushalten. Wenn man mich so abspeisen würde, wie oft Polizisten abgespeist werden, würde ich sagen: “Chefe, es war ja ganz nett, aber jetzt: Fuck off!” Die Polizei würde sicherlich bessere Arbeitsbedingungen vorfinden, wenn mehr Menschen in der Gesellschaft sich dessen, was die Polizei tagtäglich für uns tut bewusst wären.

    Gruß, Christian

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